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Gewählte Publikation:

Stryeck, M.
Maßnahmen zum Empowerment von Pflegepersonen - Eine systematische Übersichtsarbeit
Masterstudium; Pflegewissenschaft; [ Masterarbeit ] ; 2018. pp. 95 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Schoberer Daniela
Altmetrics:

Abstract:
Einleitung: Die Pflege bildet die größte Berufsgruppe innerhalb der Gesundheitsprofessionen in Österreich. Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es allerdings immer weniger Pflegeabsolventinnen und -absolventen. Außerdem zeigt sich Unmut innerhalb der Gruppe der Pflegekräfte. So begründen Arbeitsunzufriedenheit, körperliche Belastung, Burnout und Stress das Verlassen des Pflegeberufes. Nicht nur die Pflegepersonen selbst beschreiben den Beruf als unattraktiv, auch die allgemeine gesellschaftliche Meinung ist negativ behaftet. Pflege wird vor allem für ihre Tugendhaftigkeit und nicht für ihr Wissen geschätzt. Empowerment von Pflegepersonen bietet eine Möglichkeit, um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken, da es in Verbindung gebracht wird mit höherer Arbeitszufriedenheit, geringerer Arbeitsbelastung, höherem Engagement im Unternehmen, sinkenden Fluktuationsraten und höherer Patientinnen- und Patientensicherheit. Daher ist das Ziel der Arbeit, effektive Maßnahmen zum strukturellen und/oder psychologischen Empowerment von Pflegepersonen zu identifizieren. Methode: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine systematische Übersichtsarbeit durchgeführt. Sie beinhaltete eine systematische Literaturrecherche in folgenden Datenbanken: PubMed, CINAHL, CENTRAL und PsychNET. Zusätzlich wurde eine Literatursuche über Google Scholar sowie eine Handsuche von Referenzlisten durchgeführt. Die Qualität der eingeschlossenen Studien wurde mittels des Critical Appraisal Worksheets for Therapy Studies der Universität Oxford von zwei Personen unabhängig voneinander bewertet. Ergebnisse: In insgesamt 19 Interventionsstudien konnten unterschiedliche Maßnahmen zum Empowerment von Pflegepersonen identifiziert werden. Die Maßnahmen konnten den Dimensionen von strukturellem Empowerment zugeordnet werden, als Endpunkt wurde in sämtlichen Studien psychologisches Empowerment gewählt. Bei den effektiven Interventionen handelte es sich um die Durchführung von Schulungsmaßnahmen, die mehrere didaktische Elemente beinhalteten (z. B. Vorlesungen, Dialoge, Rollenspiele, Frage-Antwort-Aufgaben, Feedbackgespräche), die Organisation von regelmäßigen Gruppentreffen, um belastende Angelegenheiten besprechen zu können und die Übertragung von Verantwortung durch die Übernahme von neuen Rollen innerhalb eines Teams. Diskussion: In drei der vier Dimensionen von strukturellem Empowerment konnten effektive Maßnahmen für Pflegepersonen gefunden werden (Zugang zu Information, Zugang zu Unterstützung, Möglichkeit zu lernen und sich zu entwickeln). Zur Dimension Zugang zu Einsatzmittel konnte keine effektive Maßnahme identifiziert werden. Für die Pflegepraxis ergeben sich somit Empfehlungen für die Durchführung von Schulungsmaßnahmen, sozialen Interaktionen und Übertragung von neuen Rollen innerhalb des Teams. Die Pflegewissenschaft ist gefordert, weitere Maßnahmen zu untersuchen, die sowohl psychologisches als auch strukturelles Empowerment messen.

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