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Gewählte Publikation:

Gstöttner, M.
Erfassung von Schmerz bei Personen mit Demenz in Krankenhäusern und Langzeitpflegeeinrichtungen; Review und Bewertung von Assessmentinstrumenten
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2013. pp. 203 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Personen, die an einer Demenz erkrankt sind, können ihre Bedürfnisse oder Beschwerden, beispielsweise auftretende Schmerzen, nicht adäquat mitteilen. Im stationären Bereich leiden 40 bis 80 % der BewohnerInnen unter Schmerzen, welche oftmals nicht diagnostiziert sind. Ein Grund hierfür ist häufig die mangelnde Erfassung von Schmerz, welche mit Hilfe von Assessmentinstrumenten erfolgen kann. Das Ziel dieser Masterarbeit war es, einen Überblick zu internationalen Assessmentinstrumenten zur Erfassung von Schmerz bei Personen mit Demenz im Krankenhaus und in Langzeitpflegeeinrichtungen zu geben und diese zu bewerten. Die systematische Literaturrecherche wurde in Datenbanken und Suchmaschinen durchgeführt und umfasste eine Handsuche in Referenzliste. Die Recherche erfolgte in zwei Schritten im Zeitraum von 22. April 2012 bis 09. Juli 2012 in englischer und deutscher Sprache. Im ersten Schritt wurde Literatur identifiziert, welche allgemeine Angaben zu Instrumenten zur Erfassung von Schmerz bei Personen mit Demenz enthielt. Im zweiten Schritt wurde nach den einzelnen, zuvor gefundenen Instrumenten gesucht, um relevante Informationen zu diesen zu bekommen. Anschließend wurden die Instrumente anhand einer, zuvor erstellten Kriterienliste bewertet. Insgesamt konnten 31 Assessmentinstrumente identifiziert werden, von denen elf nach der Bewertung aus diversen Gründen ausgeschlossen wurden. Von den verbleibenden Instrumenten basiert eines auf Selbstauskunft der Betroffenen, 15 sind Beobachtungsinstrumente und drei beziehen sich auf Auskunft von anderen Personen. Ein weiteres Instrument kombiniert Informationen aus Selbstauskunft und Beobachtung. Die Instrumente unterscheiden sich unter anderem im Aufbau, der Interpretation der Punkte und sind nur teilweise auf Praktikabilität, Reliabilität, Validität und Responsiveness hin getestet worden. Dadurch ist es nicht möglich, eine Empfehlung zur praktischen Anwendung eines Assessmentinstruments zu geben. Keines der Instrumente wurde im deutschsprachigen Raum entwickelt; von zwei Instrumenten, PAINAD und EPCA-2, gibt es deutsche Versionen. Zu diesen gibt es erste Ergebnisse zur Praktikabilität und Akzeptanz in der Praxis sowie zu den psychometrischen Gütekriterien. Darum sollten diese beiden, vor den restlichen Instrumenten, zur weiteren Überprüfung durch PflegeforscherInnen in Österreich in Betracht gezogen werden.

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