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Selected Publication:

Erjauz, B.
Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen im ländlichen Raum - eine Literaturübersicht
Masterstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft; [ Masterarbeit ] Graz Medical University; 2017. pp. [OPEN ACCESS]
FullText

 

Authors Med Uni Graz:
Advisor:
Eichhorn-Kissel Juliane
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Hintergrund: Ländliche Gebiete sind vom demografischen Wandel stärker betroffen als städtische. Durch den Geburtenrückgang und die Wanderungsdynamik der jungen Bevölkerung steigt die Anzahl der über 65-Jährigen stetig an. Altersheime und ambulante Dienste sind ausgelastet, altersgerechte Wohnmöglichkeiten fehlen fast vollständig. Eine kaum vorhandene Infrastruktur und eine geringe Mobilität der älteren Menschen erschweren die Erreichbarkeit von Gesundheitseinrichtungen. Hinzu kommen geringe Renten und die Vereinsamung älterer Menschen. Diese Situation stellt für die Zukunft neue Anforderungen an das Wohnen im Alter. Ziel: Ziel dieser Arbeit ist mittels internationaler Literatur, Wohnmöglichkeiten zu identifizieren, welche die Bedürfnisse der älteren, ländlichen BewohnerInnen aufgreifen und die es den Menschen ermöglichen, in ihrer gewohnten Umgebung zu verbleiben. In diesem Kontext sollen folgende Fragestellungen bearbeitet werden: (1) Welche Wohnmöglichkeiten gibt es für ältere Menschen im ländlichen Raum? (2) Welche Merkmale zeichnen diese Wohnmöglichkeiten aus? (3) Welche Betreuungs-/Versorgungsangebote werden in diesen Wohnmöglichkeiten angeboten? Methode: Zur Beantwortung der Fragestellungen wurde eine systematische Literaturübersichtsarbeit gewählt. Die Recherche fand in den Datenbanken Pubmed, Cinahl und Embase statt und zusätzlich wurde eine Handsuche durchgeführt. Insgesamt 23 Artikel konnten zur Beantwortung der Fragestellungen herangezogen werden. Ergebnisse: Die Literaturrecherche hat zu einer Gliederung der bestehenden ländlichen Wohnmöglichkeiten geführt. Fünf Domänen konnten gefunden werden: (1) ältere Menschen haben die Möglichkeit, zu Hause wohnen zu bleiben, eingebettet in eine altersfreundliche Gemeinde, (2) in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt einzuziehen, (3) Teil einer Wohngemeinschaft zu werden, (4) eine Wohneinheit in einer betreuten Wohnform zu bewohnen oder, wie dies in Amerika sehr populär ist, (5) Mitglied einer Retirement Community (Seniorengemeinde) zu werden. Schlussfolgerung: Diese wissenschaftliche Arbeit liefert Grundlageninformationen für weitere Entwicklungen und gibt Auskünfte über bereits bestehende Projekte mit ihren Vorteilen und Nachteilen, aus denen gelernt werden kann. Diese fünf Wohnformen stellen Alternativen für ältere Menschen auf dem Land dar. Jedes ländliche Gebiet muss jedoch für sich herausfinden, wo seine Stärken und Schwächen liegen und welche Veränderung die richtige für die jeweilige Gemeinde ist. Als Basis um alternative Wohnmöglichkeiten erfolgreich zu etablieren und den Bedürfnissen älterer Menschen nachzukommen, ist es eine altersfreundliche, ländliche Gemeinde zu entwickeln. Weitere Forschung ist daher in der Erstellung eines ganzheitlichen Konzepts für ländliche Regionen notwendig.

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