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Gewählte Publikation:

Glaser, J.
Zweitmalignome bei PatientInnen mit gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren - Analyse anhand des ANET Registers Graz
Humanmedizin; [ Diplomarbeit ] Graz Medical University; 2018. pp. 55 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor*innen der Med Uni Graz:
Betreuer*innen:
Kump Patrizia
Lipp Rainer
Altmetrics:

Abstract:
Hintergrund und Ziele: Neben der zunehmenden Inzidenz neuroendokriner Tumore (NET), wird ein vermehrtes Vorkommen von Zweitmalignomen bei PatientInnen mit gastroenteropankreatischen NET (GEP-NET) vermutet. Das Ziel der Studie ist die Erhebung der Häufigkeit von Zweitmalignomen in der Grazer PatientInnenpopulation. Es werden zusätzliche Charakteristika untersucht, um einen möglichen Zusammenhang aufzuzeigen und zu diskutieren. PatientInnen und Methoden: Die Studie ist eine retrospektive, klinische Studie basierend auf den Daten des ANETS Registers. Diese wurden auf das Vorhandensein eines Zweitmalignoms bei PatientInnn mit GEP-NET untersucht. Es wurden demographische, klinische, diagnostische und weitere allgemeine Charakteristika erhoben. Ergebnisse: Von den 125 PatientInnen sind 19 (15%) an einem Zweitmalignom erkrankt, während 106 kein zusätzliches Malignom aufweisen. Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied bezüglich Alter, Geschlecht, Funktionalität, Staging und Grading. Die häufigsten NET Lokalisationen der PatientInnen mit Zweitmalignom sind mit 6 Fällen (32%) das Jejunum und Ileum. Das Pankreas folgt diesen ebenso wie die NET mit unbekanntem Primum (CUP) mit 5 Fällen (26%). In der Gruppe ohne Zweitmalignom sind 7 Fälle (7%) mit CUP aufgetreten. Die NET mit unbekanntem Primum weisen statistisch häufiger ein Zweitmalignom auf als NET anderer Lokalisationen (p-Wert=0,007). Von den Zweitmalignomen wurden insgesamt 63% vor, 21% nach und 16% gleichzeitig mit den NET diagnostiziert. Mammakarzinome sind mit 21% die größte einheitliche Gruppe der Zweitmalignome. 26% der PatientInnen mit NET wurden im Rahmen einer Malignomnachsorge entdeckt. Konklusion: Die gesteigerte Häufigkeit der Zweitmalignome im Grazer PatientInnenkollektiv ist mit den Ergebnissen der gegenwärtigen Literatur vergleichbar. Dies kann der verbesserten und engmaschigeren Diagnostik zugeschrieben werden. Zweitmalignome werden häufig im Rahmen der GEP-NET Nachsorge detektiert. Bezüglich einer kausalen Ursache konnte kein einheitliches Ergebnis definiert werden.

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