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Gewählte Publikation:

Rumpl, L.
Effekte des endogenen Dimethyltryptamins (DMT) auf biopsychologische Parameter und therapeutische Implikationen.
Humanmedizin; [ Diplomarbeit ] Graz Medical University; 2018. pp. [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Unterrainer Human-Friedrich
Altmetrics:

Abstract:
N,N-Dimethyltryptamin (DMT) ist ein Tryptamin-Alkaloid mit halluzinogenen Eigenschaften. Es wurde als endogener Neurotransmitter im humanen Liquor, Blut und Urin nachgewiesen und findet sich ubiquitär im Tier,- und Pflanzenreich. Das Enzym Indolethylamine-N-methyltransferase (INMT) katalysiert die Synthese des DMT´s und findet sich vor allem in der menschlichen Lunge, der Schilddrüse und den Nebennieren. Im Falle eines lebensbedrohlichen Zustandes werden große Mengen an DMT ins Blut abgegeben, um dann im Gehirn wirken zu können. DMT interagiert mit verschiedensten Serotoninrezeptoren, dem trace amine-associated receptor - 1 und könnte über die Aktivierung des Sigma-1 Rezeptors neuroprotektiv, neuroplastisch und antiinflammatorisch wirken. Exogen zugeführt führt DMT zu intensiven psychedelischen, nahtodähnlichen Zuständen, bei welchen oftmals außerkörperliche Erfahrungen und tiefgreifende Konfrontationen mit dem Unbewussten geschildert werden. Bei gelungener Integration dieser Erfahrung wird häufig von einer Steigerung psychospirituellen Erkenntnissen berichtet. Therapeutisch lässt sich DMT über ein pflanzliches Dekokt namens Ayahuasca verwenden. Dieses stellt seit Jahrtausenden ein zentrales Element in Ritualen und Zeremonien südamerikanischer indigener Völker dar. Der rituelle Konsum an Ayahuasca lockt jährlich eine Vielzahl an Menschen in das Amazonasgebiet und wird als heilend und reinigend beschrieben. Zudem steigt der Konsum von DMT im außertherapeutischen Bereich. Als Grund des Konsums wird häufig eine Steigerung der psychospirituellen Erkenntnisse angegeben. Wenn die erlebte Erfahrung jedoch nicht adäquat in ein persönliches Weltbild integriert werden kann, kann daraus eine drogeninduzierte Psychopathologie folgen. Aktuell ist DMT unter ÄrztInnen und TherapeutInnen relativ unbekannt. Daraus resultiert eine ineffiziente Behandlung der möglichen Folgen nach DMT Konsum. Im richtigen therapeutischen Setting mit anschließend konsequenter Integration der Erfahrung zeigen vorgestellte Studien erfolgsversprechende und sichere Behandlungsmöglichkeiten bei Depression, Substanzabhängigkeit und posttraumatischer Belastungsstörung. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die aktuelle Studienlage im Hinblick der pharmakologischen, pharmakodynamischen Eigenschaften des endogenen und exogenen DMT darzulegen und therapeutischen Implikationen aufzuzeigen.

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