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Gewählte Publikation:

Wilding, MS.
Staging bipolarer Störungen: Erstellung eines datenbasierten Staging-Modells und Untersuchung protektiver Faktoren im longitudinalen Verlauf.
[ Diplomarbeit/Master Thesis (UNI) ] Universität Graz; 2021. pp.62.
FullText

 

Autor*innen der Med Uni Graz:
Betreuer*innen:
Dalkner Nina
Altmetrics:

Abstract:
Staging-Modelle werden immer häufiger auch für psychische Erkrankungen eingesetzt, um Veränderungen der Erkrankungen über ihren Verlauf messbar zu machen. Bei bipolaren Störungen gibt es dazu bereits einige. Die wenigsten von ihnen sind jedoch datenbasiert und somit objektiv zu erheben. Diese Arbeit überprüfte die Fragestellungen, ob die Erstellung eines datenbasierten Staging-Modells mit den Daten der BIPLONG-Studie der Spezialambulanz für bipolare affektive Störungen der Medizinschen Universität Graz erfolgreich ist und ob sich protektive Faktoren zur Vorhersage von longitudinalen Veränderungen im Staging-Modell finden lassen. Die Stichprobe für die Überprüfung der ersten Fragestellung umfasste 175 Patient*innen mit einer diagnostizierten bipolaren Störung und für die zweite Fragestellung wurden 38 Patient*innen untersucht. Die Erstellung des Staging-Modells erfolgte auf Basis eines globalen Schweregradscores, der aus klinischen, kognitiven, funktionalen und gesundheitsrelevanten Variablen berechnet wurde. Es zeigte sich in den Varianzanalysen und Chi-Quadrat-Tests, dass sich nur dann beinahe alle Staging-Variablen verschlechterten, wenn die Staging-Variable selbst Teil des erstellten Staging-Modells war. Wurde die Staging Variable aus dem Staging-Modell herausgenommen (AV war nicht Teil der UV), war die Erstellung des Staging-Modells nicht mehr erfolgreich. Bezüglich der longitudinalen Fragestellung zeigte eine Regressionsanalyse, dass weder soziale Unterstützung noch prämorbide Intelligenz noch Lithiummedikation die Veränderungen im Staging-Modell vorhersagen konnten. Diese Arbeit kann als erstes Indiz dafür gesehen werden, dass diese datenbasierte Methode für die Erstellung eines Staging-Modells nicht erfolgreich ist und weitere Forschung bezüglich Staging-Modellen bei bipolaren Störungen nötig ist.

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