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Gewählte Publikation:

Martin, D.
Pflegeabhängigkeit und Pflegeprobleme bei KrankenhauspatientInnen mit und ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems: eine sekundäre Datenanalyse
Masterstudium; Pflegewissenschaft; [ Masterarbeit ] Graz Medical University; 2018. pp. [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Schüssler Sandra
Altmetrics:

Abstract:
Hintergrund: Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind sowohl weltweit als auch in österreichischen Krankenhäusern weitverbreitet. Sie können bei der betroffenen Person Pflegeabhängigkeit sowie Pflegeprobleme verursachen, welche mit negativen Folgen verbunden sind. Das Ziel dieser Masterarbeit war es, KrankenhauspatientInnen mit und ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems hinsichtlich des Grades der Pflegeabhängigkeit und der Prävalenz der Pflegeprobleme zu vergleichen. Methode: Im Rahmen einer sekundären Datenanalyse wurden Daten der multizentrischen Querschnittstudie der Pflegequalitätserhebung 2.0 aus dem Jahr 2016 in österreichischen Krankenhäusern analysiert. Die Daten der Querschnittstudie wurden mithilfe eines standardisierten Fragebogens erhoben, der die Pflegeabhängigkeitsskala inkludierte. Ergebnisse: An der Querschnittstudie nahmen 1460 PatientInnen mit und 1418 PatientInnen ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems teil. 10,8 % der PatientInnen mit und 5,2 % der PatientInnen ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems waren überwiegend oder völlig pflegeabhängig. Beide Gruppen waren bei den Items „Körperpflege“, „Mobilität“, „An- und Auskleiden“, „Kontinenz“ und „Körperhaltung“ am pflegeabhängigsten. Beim Pflegeproblem Schmerzen zeigten sowohl die PatientInnen mit als auch ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems die höchste Prävalenz (60,5 % versus 62,8 %). PatientInnen mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems wiesen gegenüber den PatientInnen ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bei den Pflegeproblemen Sturz (innerhalb der letzten 12 Monate) (31,9 % versus 24,4 %), Urininkontinenz (23,3 % versus 11,1 %), Stuhlinkontinenz (8,6 % versus 5,0 %) und Doppelinkontinenz (7,0 % versus 3,9 %) eine signifikant höhere Prävalenz auf. Schlussfolgerung: PatientInnen mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zeigten einen signifikant höheren Grad der Pflegeabhängigkeit gegenüber den PatientInnen ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Sie hatten, mit Ausnahme von Schmerzen, Mangelernährung und freiheitsein-/beschränkenden Maßnahmen, eine höhere Prävalenz der Pflegeprobleme. Es ist zu empfehlen, bei KrankenhauspatientInnen mit und ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems den Fokus auf ein adäquates Schmerzmanagement sowie Sturzprophylaxemaßnahmen zu legen. Darüber hinaus besteht ein Bedarf in der Durchführung von Langzeitstudien, um aufzuzeigen, ob sich der Grad der Pflegeabhängigkeit und die Prävalenz der Pflegeprobleme langfristig verändern.

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