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Gewählte Publikation:

Pferschy, P.
Mangelernährung - Prävalenz, Charakteristika der Betroffenen und Charakteristika der Mangelernährung in österreichischen Krankenhäusern 2014 - Eine Datenanalyse
Masterstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft; [ Masterarbeit ] Graz Medical University; 2017. pp. 91 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
Pferschy Peter
BetreuerInnen:
Hödl Manuela
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Einleitung: Mangelernährung in Krankenhäusern stellt ein zunehmendes Problem dar, welches mit vielen negativen Auswirkungen einhergeht, oft unterschätzt, als wenig relevant angesehen und häufig gar nicht erkannt wird. Die Ursachen sind vielfältig, komplex und die negativen Folgen in vielen Studien nachgewiesen worden. Es finden sich zum Thema Mangelernährung in österreichischen Krankenhäusern bis dato keine ausgewerteten Daten in Bezug auf Charakteristika mangelernährter Personen, sowie zu den Charakteristika der Mangelernährung selbst. Literaturübersicht: Bezugnehmend auf die gewählten Forschungsfragen wurde zur Darstellung des aktuellen Wissensstandes eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, welche 21 Studien identifizierte. Die Prävalenzraten mangelernährter PatientInnen in Krankenhäusern bewegten sich dabei zwischen 6,3% und 53,6%. Forschungsziel: Ziel dieser Arbeit ist es – anhand der vorliegenden Daten der Pflegequalitätserhebung von 2014 – die Prävalenzrate von Mangelernährung, die Charakteristika mangelernährter Personen, sowie Charakteristika der Mangelernährung selbst in österreichischen Krankenhäusern zu erfassen. Material und Methoden: 6066 PatientInnen an 64 Krankenanstalten nahmen 2014 an einer multizentrischen, deskriptiven Querschnittstudie teil, in welcher Informationen zum Thema Mangelernährung mittels eines standardisierten Fragebogens erfasst wurden. Ergebnisse: Die Prävalenzrate von Mangelernährung ergab 7,4%. Mangelernährte ProbandInnen waren signifikant älter als nicht mangelernährte PatientInnen (p=0.001). Herz- Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Verdauungssystems, sowie Muskel- und Skelettsystemerkrankungen waren die häufigsten Erkrankungen mangelernährter Personen. Durchschnittlich erzielten PatientInnen mit Mangelernährung anhand der Pflegeabhängigkeitsskala um 3 Punkte weniger als ProbandInnen ohne Mangelernährung (p<0.001). 44,9% der ProbandInnen mit bestehender Mangelernährung haben in den letzten Tagen weniger als normal, kaum oder gar nichts gegessen. Reduzierter Appetit, gefolgt von akuter Erkrankung, Unwohlsein und Schwäche wurde seitens mangelernährter PatientInnen als häufigste Gründe für eine verringerte Nahrungsaufnahme genannt. Diskussion: Es konnten eine aktuelle Prävalenzrate zu Mangelernährung, sowie erstmalig Ergebnisse in Bezug auf Charakteristika von mangelernährten PatientInnen und Charakteristika der Mangelernährung selbst in österreichischen Krankenhäusern erfasst werden. Diese Daten sollen tiefere und neue Einblicke auf das Thema Mangelernährung gewähren, Gesundheitsberufe weiter sensibilisieren, um betroffen PatientInnen in Krankenhäusern eine rasche, adäquate Ernährungsversorgung zukommen zu lassen.

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