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Gewählte Publikation:

Abel, S.
Anleitung, Schulung und Beratung von Pflegepersonen und Angehörigen im Umgang mit Menschen mit Gedächtnis- und Orientierungsstörungen im akut-stationären Bereich
Masterstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft; [ Masterarbeit ] Graz Medical University; 2016. pp. [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Hintergrund/Einleitung: Durch die erhöhte Lebenserwartung und die immer älter werdende Bevölkerung, stellt die Demenz eine besondere Herausforderung dar. Das Akut-Krankenhaus ist auf die Versorgung von Menschen mit Gedächtnis- und Orientierungsstörungen nicht eingestellt (Kricheldorff & Hofmann 2013). Die Betroffenen werden meist nicht aufgrund einer Demenz in ein Krankenhaus eingewiesen, sondern aufgrund eines somatischen Gesundheitsproblems. Im Mittelpunkt steht meist das akute Gesundheitsproblem und nicht die kognitive Beeinträchtigung (Schäffer & Wingenfeld 2008). Wird ein kognitiv beeinträchtigter Mensch aufgrund einer akuten Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen, reagiert er auf die fremde Umgebung mit Hektik, Angst und Wutausbrüchen. Zwei Drittel der Pflegepersonen geben an, im Umgang mit kognitiv beeinträchtigten Patientinnen und Patienten nicht ausreichend geschult zu sein (Kricheldorff & Hofmann 2013). Sowohl von Seiten der Pflege als auch von der Medizin bestehen Wissens- und Qualifikationsdefizite bezüglich der Erkrankung Demenz (Schäffer & Wingenfeld 2008). Ziel: Ziel der Arbeit ist es, anhand einer systematischen Literaturrecherche die Probleme und Anforderungen, die im Umgang mit Menschen mit Gedächtnis- und Orientierungsstörungen entstehen, aufzuzeigen, um entsprechende Lösungsvorschläge für das Pflegepersonal geben zu können. Des Weiteren gilt es zu erheben, welche Kompetenzen Pflegepersonen im Umgang mit dementen Patientinnen und Patienten im akut-stationären Bereich benötigen, und wie sie vor allem deren pflegenden Angehörigen beratend zur Seite stehen können. Methode: Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed Advanced, Embase, Cinahl und Cochrane Database of Systematic Reviews durchgeführt. Es wurde nach Studien und Artikel gesucht, die im Zeitraum 2005 bis 2015 in englischer und deutscher Sprache verfasst und veröffentlicht wurden. Zusätzlich wurde über den Onlinebibliothekskatalog der Medizinischen Universität Graz, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Fakultätsbibliothek für Theologie und Erziehungswissenschaften nach relevanten Büchern passend zur Fragestellung gesucht. Des Weiteren wurde eine Internetrecherche im „Google“ durchgeführt und es erfolgte eine Handsuche in den Referenzlisten der eingeschlossenen und kritisch bewerteten Studien. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Literaturrecherche zeigen, dass das Wissen bezüglich der Demenz zu gering ist, um die Herausforderungen, die im Umgang mit dementen Patientinnen und Patienten entstehen, zu meistern. Besonders herausfordernd empfinden Pflegepersonen den Weglaufdrang, unangemessenes Verhalten der dementen Patientinnen und Patienten und Störungen in der Orientierung. Weiteres haben Pflegepersonen Schwierigkeiten mit Demenzkranken zu kommunizieren und es mangelt ihnen an effektiven Kommunikationsstrategien. Um diese Lücke zu schließen, ist es erforderlich das Pflegepersonal zu schulen, um Belastungen zu reduzieren. Aufgrund dieser Ergebnislage, wurde eine zweitägige Fortbildung für diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und Pflegehelferinnnen und Pflegehelfer entwickelt, die aufzeigt, welche Kompetenzen Pflegepersonen für die Pflege und Betreuung von Menschen mit Gedächtnis- und Orientierungsstörungen benötigen. Diskussion: Pflegepersonen im akut-stationären Bereich haben nicht genügend Kompetenzen im Umgang mit dementen Patientinnen und Patienten. Zusätzliche fachspezifische Ausbildung ist nötig, um mit dieser Personengruppe umgehen zu können. Im Zuge der Akademisierung der Pflege könnten speziell geschulte Demenzexpertinnen und –experten in Zukunft auf den Stationen eingesetzt werden (Hynninen et al. 2014). Weiteres ist die Einbeziehung von Angehörigen essentiell, da sie Vertrauen vermitteln und die Demenzkranken bei der Aufnahme in eine Akutkrankenanstalt unterstützen.

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