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Gewählte Publikation:

Lehmann, M.
Burden of Disease - Physische, psychische und soziale Belastungen und Auswirkungen von Inkontinenz (Harn-, Stuhl-, Doppelinkontinenz) bei Erwachsenen unter 65 Jahren - Literature Review
Masterstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft; [ Masterarbeit ] Graz Medical University; 2015. pp. 151 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Hödl Manuela
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Hintergrund: Inkontinenz stellt ein international weitverbreitetes Gesundheitsproblem dar, das sowohl Frauen als auch Männer jeden Alters betreffen kann. Es handelt sich um keine lebensbedrohliche Erkrankung, jedoch können Symptome das physische, psychische und soziale Wohlergehen von Betroffenen ernsthaft beeinflussen. Bestehende Literatur berichtet vorwiegend von inkontinenten Personen über 65 Jahren, Studien über Belastungen und Auswirkungen von Inkontinenz bei jüngeren Betroffenen sind limitiert. Inkontinenz ist ein Tabuthema, wenige Erkrankte suchen professionelle Hilfe, weil sie Scham empfinden. Manche inkontinente Individuen suchen Unterstützung, wenn Symptome zunehmen und dadurch ihre Lebensqualität weiter sinkt. Ziel: Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, darzulegen, welche physischen, psychischen und sozialen Belastungen und Auswirkungen von Inkontinenz (Harn-, Stuhl- und Doppelinkontinenz) bei Erwachsenen unter 65 Jahren in der internationalen Literatur beschrieben werden und wie Betroffene diese Belastungen erleben. Methode: Von 10. Februar bis 5. Mai 2014 wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken CINAHL, Cochrane Database of Systematic Reviews via OvidSP, PsycINFO via OvidSP und PubMed durchgeführt. Zusätzlich zu der Recherche in den Datenbanken erfolgte eine Handsuche über die Internetsuchmaschine MetaCrawler sowie über die Referenzlisten der eingeschlossenen und kritisch bewerteten Artikel. Ergebnisse: Inkontinenz beeinflusst das gesamte Leben von Betroffenen. Inkontinente Personen leiden unter geringem Selbstwert und empfinden Scham. Sie reduzieren körperliche Aktivitäten, verringern soziale Kontakte und erfahren Probleme im Erwerbsleben. Oft führt die Erkrankung zu Beeinträchtigungen in der Partnerschaft und Sexualität. Jüngere Personen erleben diese Probleme belastender als Ältere. Schlussfolgerung: Um zur Enttabuisierung von Inkontinenz beizutragen, sollte bei Health Professionals Bewusstsein über die Lebenssituation von inkontinenten Personen geschaffen werden. Aufklärung bekommt einen hohen Stellenwert und Strategien gehören entwickelt, um Betroffene bei der Bewältigung zu unterstützen.

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