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Gewählte Publikation:

Eminovic, S.
Schluckstörungen und pflegerische Maßnahmen bei mangelernährten BewohnerInnen in 16 österreichischen Pflegeheimen
Masterstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft; [ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2014. pp. 109 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
Eminovic Sandra
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Europaweit nimmt der Anteil älterer Menschen kontinuierlich zu. In Österreich wird sich der Anteil der über 65-jährigen Menschen bis zum Jahr 2060 fast verdoppeln. Mit zunehmendem Alter kommt es vermehrt zu chronischen Krankheiten oder körperlichen Veränderungen, welche Schluckstörungen begünstigen können. Die Folgen von Schluckstörungen reichen von respiratorischen Komplikationen bis hin zu Mangelernährung. Dadurch kommt es zu Einschränkungen der Lebensqualität, einer längeren Krankenhausaufenthaltsdauer und erhöhten Mortalität der Betroffenen. Damit Schluckstörungen und in weiterer Folge Mangelernährung verhindert werden können, muss zunächst das Ausmaß des Problems dargestellt und der Anteil der Betroffenen ermittelt werden. Ziel dieser Masterarbeit ist es, die Prävalenz von Schluckstörungen bei mangelernährten BewohnerInnen in österreichischen Pflegeheimen zu untersuchen. Zudem sollen Maßnahmen aufgezeigt werden, die bei BewohnerInnen angewendet werden, die von Schluckstörungen und Mangelernährung betroffen sind. An der Pflegequalitätserhebung am 09. April 2013 beteiligten sich 16 österreichische Pflegeheime mit 1.394 BewohnerInnen. Bei der Untersuchung handelt es sich um eine multizentrische Querschnittstudie mit deskriptivem Design. In österreichischen Pflegeheimen litten 12,2% der BewohnerInnen an Schluckstörungen. Insgesamt waren 35,3% der BewohnerInnen mit Schluckstörungen mangelernährt. Bei mangelernährten BewohnerInnen mit Schluckstörungen wurde am häufigsten die Flüssigkeitsaufnahme kontrolliert und die Nahrungskonsistenz angepasst (63,8%). Hatten die BewohnerInnen keine Schluckstörungen und waren mangelernährt, erhielten diese am häufigsten energiereiche Zwischenmahlzeiten (56,7%), gefolgt von der Überwachung der Flüssigkeitsaufnahme (47,6%). Die Erhebung zeigt erstmalig die Prävalenz von Schluckstörungen bei mangelernährten BewohnerInnen in österreichischen Pflegeheimen. Die Ergebnisse legen dar, dass Schluckstörungen bei mangelernährten BewohnerInnen ein verbreitetes Phänomen darstellen. Für die Praxis ist die Entwicklung eines standardisierten Screeninginstrumentes für die Erfassung von Schluckstörungen zu empfehlen. Die Pflegequalitätserhebung bietet eine gute Grundlage für weitere Studien.

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