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Gewählte Publikation:

Sach-Friedl, S.
Wissen und Einstellung von Pflegepersonen zu Mangelernährung bei Erwachsenen - eine Literaturübersicht
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2013. pp. 173 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
Sach-Friedl Stefanie
BetreuerInnen:
Bauer Silvia Maria
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Das Problem Mangelernährung wird international und multidisziplinär wissenschaftlich behandelt. Die Folgen von Mangelernährung, wie etwa erhöhte Mortalität oder längere Krankenhausverweildauer, sind sowohl für die Betroffenen als auch für das gesamte Gesundheitssystem weitreichend. Pflegepersonen übernehmen unterschiedlichste Aufgaben in der ernährungsbezogenen Betreuung, wie etwa Screening und Assessment oder Sicherstellung regelmäßiger und angemessener Ernährung. Um eine adäquate ernährungsbezogene Betreuung leisten zu können, bedarf es sowohl einer positiven Einstellung dem Problem Mangelernährung gegenüber, wie auch ausreichendem ernährungsspezifischen Wissen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, anhand einer umfassenden Literaturrecherche und der kritischen Bewertung sowie Synthese der ausgewählten Studien, darzustellen, was von 1997 bis 2012 international zu Wissen und Einstellung von Pflegepersonen zu Mangelernährung bei Erwachsenen wissenschaftlich erhoben wurde. Es wurde eine Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken, Suchmaschinen und mittels Handsuche in Referenzlisten, durch die Verwendung von Schlüsselbegriffen, MeSH-Terms und Booleschen Operatoren durchgeführt. Anhand vordefinierter Ein- und Ausschlusskriterien und mittels Bewertung der methodischen Studienqualität wurden für die Analyse im Volltext insgesamt 20 Studien ausgewählt. Im Themengebiet der ¿objektiven Wissensmessung¿ mussten inhomogene Ergebnisse festgestellt werden, mit Prozentwerten richtiger Antworten zwischen < 1 % (Kim & Choue 2009, Teilbereich ¿BMI¿) und 100 % (Crogan, Shultz & Massey 2001a, Teilbereich ¿Assessment¿) und in Teilgebieten mit Differenzen von mehr als dem Sechsfachen von Einzelergebnissen. Im Mittel konnten, ohne extreme Ausreißer betrachtet, eher mäßige Wis-sensergebnisse erzielt werden, mit Tendenzen zu durchschnittlich etwa 40 % richtiger Antworten. Diese Inhomogenität setzte sich auch in den Ergebnissen der ¿subjektiven Wissenseinschätzung¿ fort, bei welchen die TeilnehmerInnen sich je nach Studie nicht einig waren, ob ihr ernährungsbezogenes Wissen nun ausreichend oder unzureichend sei. Im Bereich der ¿Einstellung der Pflegepersonen zu Mangelernährung¿ konnten hingegen homogene Ergebnisse festgestellt werden, wonach die befragten Pflegepersonen ernährungsbezogene Pflege als relevant einstuften, jedoch meist andere Tätigkeiten im Arbeitsalltag priorisierten. Um langfristig eine adäquate ernährungsbezogene Betreuung sicherstellen zu können, bedarf es Strategien und Maßnahmen in Wissenschaft und Praxis, um das Wissen und die Einstellung der Pflegepersonen zu verbessern.

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