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Gewählte Publikation:

Patzak, J.
Korrelation der chemischen Zusammensetzung von Harnsteinen mit der in der Computertomographie bestimmten Steindichte in Hounsfield-Einheiten
[ Diplomarbeit ] Medical University of Graz; 2012. pp. 66 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Augustin Herbert
Lutfi Andre
Altmetrics:

Abstract:
Hintergrund: Harnsäure-Steine sind mit ihren 11 Prozent die zweithäufigste Harnstein-Gruppe und ihre Inzidenz ist kontinuierlich im Steigen. Sie ist die einzige Steinart, die durch eine orale Chemolitholyse heilbar ist, daher ist eine zuverlässige und schnelle Erstdiagnose der Harnsäure-Steine von großem klinischem Interesse. Diese Arbeit dient vor allem der Erkennung der Harnsäure-Steine mit dem Ziel im eigenen Patientenkollektiv eine etwaige Korrelation der chemischen Zusammensetzung von Harnsteinen und den ermittelten Hounsfield-Einheiten in CT zu analysieren und entsprechende Werte-Bereiche zu quantifizieren. Methoden: Bei insgesamt 786 Patienten wurde im Zeitraum zwischen Jänner 2008 und Dezember 2010 an der Universitätsklinik für Urologie in Graz mindestens eine Steinprobe analysiert. Von den 786 Patienten wurden nur jene in die Studie aufgenommen, bei denen ausschließlich am Institut für Radiologie Graz eine Spiral-CT Untersuchung durchgeführt worden war. Somit erfüllten 254 Patienten alle Einschlusskriterien für die Studie über die Korrelation der chemischen Zusammensetzung von Harnsteinen mit der in der Computertomographie bestimmten Steindichte. Die Infrarot-Spektrometrie erlaubte eine exakte chemische Steinzusammensetzung unserer Steinproben zu bestimmen. Für die Berechnung des Steinvolumens wurde die Formel: SV = l * w * d * ¿* 0,167 angewendet. Mittels ANOVA und Post-Hoc-Tests wurde die Signifikanz für die jeweilige Fragestellung des Zusammenhangs der Hounsfield-Einheit (HE) mit dem Steinvolumen und der Steinart eruiert. Ergänzend wurde eine logistische Regression für die gesamte Stein-Gruppe und dann stratifiziert nach dem medianen Steinvolumen gerechnet. Resultate: Das Alter lag im Bereich zwischen 20 und 87 Jahren und der Altersdurchschnitt betrug 51,24 Jahre (Mittelwert) sowie 49,66 Jahre (Median). Hinsichtlich Harnstein-Erkrankung und Geschlecht war das männliche Geschlecht 2,9-mal häufiger vom Steinleiden betroffen, als das weibliche Geschlecht.134 Steinproben waren zu 100 % Whewellit, 29 zu 50 % Whewellit und 50 % Uric Acid, 29 zu 80 % Whewellit und 20 % Cystin, 12 zu 95 % Whewellit und 5 % Whedellit. Bei den restlichen Steinen handelte es sich um Mischsteine mit Struvite, Carbonate, Brushite, Xanthine und Proteine-Anteilen. Die Kohorte des Stein-Volumens wurde entsprechend des Median-Wertes in 2 Gruppen unterteilt. Das Stein-Volumen Cut off von 37,77 mm³ entspricht einer Steingröße von 4,2 mm. Um eine bessere Diskriminierung der Harnsäure-Steine zu erhalten, wurden Harnsäure-haltige und nicht Harnsäure-haltige Steingruppen unter Einbeziehung des Volumens als unabhängige Variable in die Statistik aufgenommen. Die Volumengruppe über 4,2 mm zeigte einen signifikanten Zusammenhang (p < 0,001) zwischen der mittels IF-Spektrometrie bestimmten chemischen Zusammensetzung von Harnsteinen und der in der Computertomographie bestimmten Steingröße abhängig von der ermittelten Steindichte in HE. In der abschließend durchgeführten logistischen Regression wurde in der Steingruppe kleiner 4,2 mm keiner und in der Steingruppe größer 4,2 mm nur ein einziger Harnsäure-haltiger Stein richtig zugeordnet. Das entspricht einer Vorhersagewahrscheinlichkeit von 7,7 Prozent. Schlussfolgerung: Trotz einem signifikanten Zusammenhang der Mittelwerte ist es in dieser Arbeit nicht gelungen, in einer retrospektiven Datenanalyse die entsprechenden Werte-Bereiche in HE für Harnsäure-Steine ¿ 4,2 mm zu quantifizieren, und somit alle zukünftig diagnostizierten Harnsäure-Steine auch als solche besser identifizieren zu können. Denn der im klinischen Alltag überwiegende Anteil an inhomogenen Mischsteinen lässt eine ausreichend genaue Vorhersage des Steintypus noch nicht zu und ist somit für den klinischen Alltag noch zu unspezifisch.

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