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Gewählte Publikation:

Pekovits, K.
Analyse der Vitalität und Differenzierungsfähigkeit humaner primärer Knochenvorläuferzellen
[ Dissertation ] Medical University of Graz; 2011. pp. 99 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
Pekovits Karin
BetreuerInnen:
Dohr Gottfried
Hutter Heinz
Payer Michael
Altmetrics:

Abstract:
Ziel: Autogener Knochen gilt, aufgrund seiner osteokonduktiven, osteoinduktiven und osteostimulativen Eigenschaften, als Goldstandard zur Knochenregeneration in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Das Ziel dieser Arbeit war es, den Einfluss von 2 verschiedenen Knochenschabern hinsichtlich der Qualität der Knochentransplantate zu vergleichen und die Eignung von Alveolarknochen als Quelle für mesenchymale Stromazellen (MSCs) zu testen. Material und Methoden: Die Studie wurde als prospektive, kontrollierte experimentelle Studie an ausgewählten ambulanten Krankenhauspatienten der Abteilung für Zahnärztliche Chirurgie und Röntgenologie durchgeführt (Medizinische Universität Graz, Österreich). Knochenproben wurden während einer Routine-Weisheitszahnentfernung aus dem Unterkiefer gewonnen. Sowohl der mechanische (MS) als auch der piezoelektrische (PD) Knochenschaber wurden bei jedem Patienten an direkt angrenzenden Spenderregionen angewandt. Als Variablen wurden die Morphologie der Knochenfragmente, die Zellvitalität, die osteogene Differenzierung und das Differenzierungspotential untersucht. Für statistische Analysen wurden der Student¿s t-Test und Fischers Exakter Test (P < 0.05) verwendet. Ergebnisse: 20 Patienten (12 Frauen und 8 Männer, durchschnittliches Alter 28.2 ± 5.8 Jahre) wurden in die Studie inkludiert. 40 Knochenproben wurden während Unterkiefer-Weisheitszahnentfernungen entnommen. MS und PD ermöglichten die Gewinnung ähnlicher Mengen an Knochenfragmenten. Nach 7 bis 18 Tagen zeigte sich bei 90% der MS und 80% der PD Proben ohne statistische Signifikanz (P < 0.67) ein Auswachsen adhärenter Zellen in vitro. Die Zellvitalität war in beiden Gruppen beinahe gleich (94.7% ± 2.2% in der MS und 94.1% ± 1.6% in der PD Gruppe). Die Analyse der PCR-Ergebnisse und das Färbeprofil verifizierten die Zellen beider Gruppen als osteogene Zellen. Die Zellen zeigten, verglichen mit MSCs, ein ähnliches Differenzierungsverhalten. Konklusion: Sowohl der PD als auch der MS stellen adäquate Technologien zur Gewinnung von Knochenmaterial für intraorale Augmentationsverfahren dar. Die Ergebnisse zeigten keine Vorteile des PD. Alveolarknochen könnte als geeignete Quelle multipotenter Zellen für Geweberegeneration in der Zahnheilkunde dienen.

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