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Gewählte Publikation:

Egger, S.
Sturzprävention bei PatientInnen und HeimbewohnerInnen in Krankenhäusern und Langzeitpflegeeinrichtungen - Bewertung und Vergleich von internationalen Leitlinien
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2012. pp. 50 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Stürze sind ein Problem, die in nationalen und internationalen Gesundheitseinrichtungen bestehen. Die Folgen, die Stürze nach sich ziehen können sind umfassend. Neben den physiologischen Folgen, z.B. Verletzungen und Wunden, kann es zu psychischen Auswirkungen, wie Sturzangst kommen. Durch die verlängerten Krankenhausaufenthalte und die zusätzliche Pflege ziehen Stürze auch finanzielle Folgen nach sich. Es ist daher notwendig effektive Sturzpräventionsmaßnahmen in die Praxis zu implementieren. Die Bewegung der Evidence- based- Practice (EBP) versucht dieses aktuellste, wirksamste verfügbare Wissen aufzuarbeiten und für die Praxis zur Verfügung zu stellen. Speziell Leitlinien stellen eine geeignete Möglichkeit dar EBP in die Praxis zu implementieren. In den letzten Jahren stieg die Zahl an veröffentlichten Leitlinien stetig an. Die Qualität dieser Leitlinien ist jedoch sehr unterschiedlich. Eine Leitlinie sollte mittels systematischer Methoden entwickelt werden, um das beste aktuell verfügbare Wissen zur Verfügung stellen zu können. Jedoch sollten auch der Aufbau und die Logik der Leitlinie einfach und praktikabel sein, da eine Anwendung der Leitlinie ansonsten erschwert wird. Hierfür wurden Bewertungsinstrumente entwickelt, die die Qualität von Leitlinien ermitteln. Das ¿Appraisal of Guidelines, Research and Evaluation¿ (AGREE)- Instrument stellt ein praktikables, einfach anzuwendendes Beurteilungsinstrument dar. Das AGREE II- Instrument beurteilt die Qualität der Leitlinienentwicklung sowie die Berichterstattung darüber. Zudem werden auch der Aufbau und die Gestaltung der Leitlinien untersucht. Mittels einer Literaturrecherche wurden insgesamt neun Leitlinien identifiziert, die Sturzpräventionsmaßnahmen für Krankenhäuser oder Langzeitpflegeeinrichtungen anbieten. Diese wurden mittels des AGREE II- Instrumentes bewertet. Die Bewertungen zeigten, dass zwei Leitlinien für eine Anwendung in der Praxis empfohlen werden können. Drei Leitlinien weisen zu starke Mängel auf, um eine Empfehlung für eine Implementierung geben zu können. Die übrigen vier können nach Veränderungen in einzelnen Bereichen für einen Einsatz in der Praxis empfohlen werden. Die Bewertungen der Leitlinien zeigten die unterschiedlichen Qualitäten. Für die AnwenderInnen ist es wichtig, die Entscheidung sorgfältig zu treffen. Die Leitlinie muss zum Setting und zum PatientInnenkollektiv passen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

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