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Gewählte Publikation:

Füreder, H.
DEKUBITUS, INKONTINENZ UND MANGELERNÄHRUNG IN ÖSTERREICHISCHEN KRANKENHÄUSERN UND PFLEGEHEIMEN ¿ Prävalenz, Pflegemaßnahmen und Qualitätsindikatoren im Längsschnittvergleich 2009-2011
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2011. pp. 111 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Dekubitus, Inkontinenz und Mangelernährung stellen in Krankenhäusern und Pflegeheimen weit verbreitete Gesundheitsprobleme dar, zu deren Prävention und Versorgung Pflegende einen wesentlichen Beitrag leisten. Eine regelmäßige Teilnahme an Prävalenzerhebungen ermöglicht, Veränderungen im Ausmaß dieser Pflegephänomene in der pflegerischen Praxis zu identifizieren. In Österreich findet seit 2009 jährlich die Europäische Pflegequalitätserhebung zur Erfassung pflegebezogener Probleme statt. Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, inwieweit sich bei wiederholt an der Erhebung teilnehmenden Krankenhäusern und Pflegeheimen Prävalenz, pflegerische Maßnahmen sowie Qualitätsindikatoren hinsichtlich Dekubitus, Inkontinenz und Mangelernährung zwischen den Erhebungszeitpunkten verändert haben. Grundlage für die Analyse sind Daten von 12 Krankenhäusern und 11 Pflegeheimen mit zweimaliger Erhebungsbeteiligung sowie von 3 Krankenhäusern, welche bisher seit 2009 jährlich an der Erhebung teilnahmen. Die Stichproben waren hinsichtlich relevanter Merkmale vergleichbar. In Krankenhäusern und Pflegeheimen mit zweimaliger Erhebungsbeteiligung sanken die Dekubitusgesamtprävalenz sowie die Prävalenz der Risikogruppe. In Krankenhäusern mit jährlicher Erhebungsteilnahme stiegen diese an. Der Anteil an urininkontinenten PatientInnen nahm in Krankenhäusern mit zweimaliger Erhebungsbeteiligung zu und schwankte in Krankenhäusern mit jährlicher Teilnahme. Hinsichtlich Stuhlinkontinenz kam es in Krankenhäusern zu einem Rückgang der Prävalenz. In Pflegeheimen blieb die Prävalenz der Urin-, und Stuhlinkontinenz weitgehend konstant. Die Prävalenz der Mangelernährung sank in Krankenhäusern zwischen den Erhebungen, während sie in Pflegeheimen leicht anstieg. Die Zahl der zur Vorbeugung bzw. Versorgung der drei Pflegephänomene gesetzten Maßnahmen wurde in Pflegeheimen und Krankenhäusern mit zweimaliger Erhebungsbeteiligung weitgehend gesteigert. In Krankenhäusern mit jährlicher Teilnahme an der Erhebung sind die Ergebnisse inkonsistent. Die Zahl der Qualitätsindikatoren hinsichtlich der drei Pflegephänomene stieg in Pflegeheimen stark an. In Krankenhäusern kam es zu geringen Veränderungen. Die Ergebnisse zeigen, dass in wiederholt an der Erhebung teilnehmenden Einrichtungen Veränderungen der Prävalenz, der gesetzten Maßnahmen sowie der Qualitätsindikatoren erzielt wurden. Um langfristige Entwicklungen ablesen zu können, ist jedoch eine regelmäßige Teilnahme an der Europäischen Pflegequalitätserhebung notwendig.

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