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Gewählte Publikation:

Lackner, A.
Stürze bei PatientInnen und BewohnerInnen in österreichischen Krankenhäusern und Pflegeheimen - Prävalenz, Prävention und Pflegeabhängigkeit -
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2010. pp. 101 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Stürze stellen ein schwerwiegendes und häufiges Pflegeproblem dar, das nicht nur gravierende physische und psychische Konsequenzen für die Betroffenen und deren Angehörige hat, sondern auch finanzielle Folgen für die Gesundheitseinrichtungen und das Gesundheitssystem nach sich ziehen. Internationale Sturzprävalenzraten in Krankenhäusern und Pflegeheimen reichen von 1,9% bis hin zu 24,4%. Bei einer Prävalenzerhebung in österreichischen Gesundheitseinrichtungen zeigte sich im Jahr 2009 eine Sturzrate von 13%. Ein Vergleich der internationalen Sturzprävalenzraten ist schwierig, da unterschiedliche Definitionen von Sturz, Erhebungszeiträume, Erhebungsmethoden und Studiendesigns verwendet werden. Ziel dieser Arbeit war es, die Sturzprävalenz in Österreich standardisiert zu erheben, sowie Maßnahmen zur Sturz- und Verletzungsprävention. Ferner wurde auch die Pflegeabhängigkeit der TeilnehmerInnen eingeschätzt. In jeweils 18 Krankenhäusern und Pflegeheimen wurden Daten von 3838 PatientInnen und BewohnerInnen erhoben. Die Sturzprävalenz lag bei PatientInnen in Krankenhäusern bei 13,7% und bei BewohnerInnen in Pflegeheimen bei 9,7%. In den Krankenhäusern ereigneten sich signifikant häufiger Stürze vor der Einweisung in die Einrichtung als in Pflegeheimen. In Pflegeheimen wurden statistisch signifikant häufiger Maßnahmen zur Verletzungs- und Sturzprävention, wie zum Beispiel eine Anpassung der Umgebung, angewandt als in Krankenhäusern. Gestürzte TeilnehmerInnen zeigten im Vergleich zu Nicht-gestürzten eine höhere Pflegeabhängigkeit, besonders bei der Körperpflege, Mobilität und beim An- und Ausziehen. Es wurde herausgefunden, dass die Prävalenzrate von Stürzen in österreichischen Krankenhäusern und Pflegeheimen höher ist als in anderen internationalen Studien zu diesem Thema. Eine mögliche Erklärung dafür wäre, dass diese Problematik in der pflegerischen Praxis bisher noch nicht ausreichend behandelt wurde. Durch diese Erhebung zeigt sich, dass das Thema Sturz mehr in den Fokus der Pflege gerückt werden muss. Durch die Teilnahme an Prävalenzerhebungen kann das Ausmaß von Stürzen in Gesundheitseinrichtungen bestimmt werden, woraufhin Maßnahmen und Präventionen überprüft und die Praxis ggf geändert werden kann, um in weiterer Folge die Pflegequalität zu verbessern. Eine regelmäßige Teilnahme der einzelnen Einrichtungen und eine größere Stichprobe wäre wünschenswert, um Vergleiche zwischen den Einrichtungen und mögliche Trends über mehrere Jahre hinweg ermöglichen zu können.

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