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Gewählte Publikation:

Gerlich, I.
Formen der Harninkontinenz, Pflegeabhängigkeit und häufige Krankheiten bei inkontinenten PatientInnen in Krankenhäusern und BewohnerInnen in Pflegeheimen: Eine Prävalenzerhebung in Österreich
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2010. pp. 60 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
ZIEL: Das Ziel der Studie war die Bestimmung der Prävalenz von Harninkontinenz und einzelner Formen der Harninkontinenz bei Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern sowie bei Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeheimen. Ferner wurde untersucht, wie pflegeabhängig die Betroffenen sind, sowie welche Krankheiten bei ihnen häufig diagnostiziert sind. METHODE: Diese Arbeit ist Teil einer multizentrischen, quantitativen Querschnittstudie zu fünf Pflegephänomenen, darunter auch Harninkontinenz. ERGEBNISSE: Bei 2.336 Patientinnen und Patienten in 18 Krankenhäusern wurde Harninkontinenz mit 23 % (davon 63 % Frauen) festgestellt, dabei vorwiegend Stress-, Drang- und Mischurininkontinenz. Von den 1.502 Bewohnerinnen und Bewohnern in 18 Pflegeheimen waren 80 % (davon 85 % Frauen) harninkontinent, wobei vor allem die Totale-Urininkontinenz auftrat. Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern mit Stress- oder Drangurininkontinenz zeigten eine niedrige und mit Mischurininkontinenz eine mittlere Pflegeabhängigkeit. Der Großteil der Personen mit einzelnen Formen der Harninkontinenz in Pflegeheimen hingegen hatte eine hohe Pflegeabhängigkeit aufzuweisen. Personen mit Stress- oder Drangurininkontinenz in Krankenhäusern hatten vorwiegend Krankheiten des Stoffwechsel- sowie des Muskel-Skelett-Systems. Bei Personen mit Mischurininkontinenz wurden neben diesen beiden Krankheiten auch solche des Kreislaufsystems festgestellt. Anders als in Krankenhäusern wurden bei Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeheimen mit Stressurininkontinenz vorwiegend auch psychische Störungen und Verhaltensstörungen diagnostiziert. SCHLUSSFOLGERUNG: Harninkontinenz ist ein häufiges Pflegephänomen in österreichischen Krankenhäusern und Pflegeheimen. Um eine bessere Grundlage für eine qualitativ gute pflegerische Versorgung zu haben, wird empfohlen, nicht nur den Kontinenzstatus festzustellen, sondern auch die jeweilige Form der Harninkontinenz sowie den Status der Pflegeabhängigkeit zu erheben.

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