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Gewählte Publikation:

Nussbaumer, B.
Prävalenz der Inkontinenz, Pflegemaßnahmen und Qualitätsindikatoren - Ergebnisse einer Querschnittstudie bei erwachsenen BewohnerInnen und PatientInnen in 36 österreichischen Pflegeheimen und Krankenhäusern
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2010. pp. 93 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Inkontinenz stellt ein international weitverbreitetes Gesundheitsproblem dar, das sowohl Männer als auch Frauen jeden Alters betreffen kann. Neben gesundheitlichen Folgen können auch soziale und ökonomische Probleme auftreten. Da Inkontinenz zu den häufigsten Ursachen für eine Institutionalisierung zählt und mit einem hohen Pflegeaufwand verbunden ist, stellt die Versorgung inkontinenter PatientInnen und BewohnerInnen eine Herausforderung für die Pflege dar. Informationen über dieses Pflegephänomen in Österreich liegen bisher kaum vor. Das Wissen über die derzeitige Situation bezüglich Inkontinenz bei BewohnerInnen und PatientInnen in österreichischen Pflegeheimen und Krankenhäusern ist jedoch notwendig, um die Pflegepraxis zu optimieren. Ziel dieser Arbeit ist daher die Darstellung der aktuellen Prävalenz von Urin- und Stuhlinkontinenz, der durchgeführten Pflegemaßnahmen sowie die Darstellung von Qualitätsindikatoren in österreichischen Pflegeheimen und Krankenhäusern. Grundlage für diese Arbeit stellen Daten von 3.838 PatientInnen und BewohnerInnen aus 36 österreichischen Pflegeheimen und Krankenhäusern dar, die im Rahmen der Pflegequalitätserhebung, einer deskripitven Querschnittstudie, 2010 erhoben wurden. In Pflegeheimen konnte bei Urininkontinenz eine Prävalenz von 80,4%, in Krankenhäusern eine von 22,5% festgestellt werden. Stuhlinkontinenz betreffend war die Prävalenz in Pflegeheimen 57,1% und in Krankenhäusern 8,2%. Während die Prävalenz der Urininkontinenz in Pflegeheimen vergleichsweise hoch war, entsprechen die anderen Prävalenzdaten denen internationaler Erhebungen. In der Versorgung von Urininkontinenz kamen vornehmlich absorbierende Hilfsmittel jedoch kaum kontinenzfördernde Maßnahmen zum Einsatz. Bezüglich Qualitätsindikatoren war festzustellen, dass alle Pflegeheime und ein Großteil der Krankenhäuser über standardisierte Informationen zum Inkontinenzstatus bei Verlegung und/oder Einweisung von PatientInnen/ BewohnerInnen verfügten, jedoch kaum Informationsbroschüren zum Thema Inkontinenz für Betroffene zur Verfügung gestellt wurden. Um Veränderungen der Prävalenz von Inkontinenz sowie Verbesserungen der pflegerischen Versorgung und die Einhaltung von Qualitätsindikatoren beobachten zu können, wird den Einrichtungen empfohlen, auch im kommenden Jahr wieder an der Pflegequalitätserhebung teilzunehmen.

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