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Gewählte Publikation:

Peuker, A.
Die homologe intrauterine Insemination (IUI) - Förderung oder Behinderung auf dem Weg zum erfüllten Kinderwunsch. Eine retrospektive Analyse.
[ Dissertation ] Medical University of Graz; 2006. pp.

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
Peuker Anneliese
BetreuerInnen:
Dohr Gottfried
Altmetrics:

Abstract:
Ziel dieser Studie war eine Evaluierung der IUI im Vorfeld zu IVF/ICSI mit der Fragestellung, ob und unter welchen Vorraussetzungen Insemination indiziert sind. In diese Studie wurden 448 Frauen, die sich in den Jahren 2000 bis 2005 an der Ambulanz für gynäkologische Endokrinologie und assistierte Reproduktion der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Salzburg einer IUI unterzogen, inkludiert. Die Daten rekrutierten sich aus gynäkologischen und andrologischen Infertilitätsabklärungen, Operations-Berichten, Hormonbefunden, Spermiogrammen und Berichten über die Inseminationsbehandlungen. Ergebnisse: Das UIU-Outcome Von 448 Patientinnen hatten insgesamt 16.5% eine Lebendgeburt. Die Schwangerschaftsrate betrug pro Insemination (n=1086) 10,96%. Auffallend am Outcome war neben diesem qualitativ hochwertigen Ergebnis die besonders niedrige Rate an Zwillingsgeburten (0,46% pro Zyklus). Beschreibung der Zyklen Ingesamt wurden 1086 Inseminations-Zyklen durchgeführt. Die Paare entschieden sich für mindestens eine und maximal 13 Inseminationen (MW=2,42M; SD=1,82). Wir empfehlen im Durchschnitt drei Inseminationsversuche. Beinahe die Hälfte aller Paare entschied sich für nur eine IUI (41,3%). Die Häufigkeit von zwei und drei Inseminationen lag bei 23,9% bzw. 13,8%. Zu mehr als sechs Inseminationen entschieden sich nur 3,6% der Paare. Etwa 86% aller Paare, die eine Lebendgeburt erreichen, verzeichneten diesen Erfolg während der ersten drei Behandlungsversuche. Die Paare, die sich 4-6 Inseminationen unterzogen, wiesen eine niedrigere Lebendgeburtrate auf, verglichen mit Paaren mit weniger Zyklen. Dieses Ergebnis weist zwar keine Signifikanz auf, allerdings lässt sich ein deutlicher Trend erkennen (P=0.05). Eine besondere Bedeutung sollte auch den unterschiedlichen Indikationen bei der IUI zukommen: Bei Patientinnen mit idiopathischer oder unilateraler tubarer Sterilität wurden alle Lebendgeburten innerhalb der ersten drei Zyklen konzipiert. Diese Ergebnisse geben Anlass dazu, Paare mit idiopathischer Indikation oder pathologischem einseitigen Tubenfaktor maximal drei Inseminationen zu empfehlen. Das Alter der Frau als Einflussfaktor: Die BTH-Rate lag bei 27,3% bei Patientinnen der ersten Alterskategorie (18 bis 28 Jahre; n=103). In der zweiten Altersgruppe (29 bis 38 Jahre; n=290) konnten 15,5% und in der dritten Gruppe (39 bis 48 Jahre; n=55) 7,3% der Patientinnen eine Lebendgeburt erreichen.

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