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Gewählte Publikation:

Wurm, T.
Einstellungen von Pflegepersonen zu Mangelernährung in österreichischen Pflegeheimen
Masterstudium; Gesundheits- und Pflegewissenschaft; [ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2014. pp. 121 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Einleitung: Mangelernährung ist ein Problem, das die Pflege aufgrund der demografischen Entwicklung immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Steigender Pflegeaufwand und damit einhergehend steigende Kosten belasten das österreichische Gesundheitssystem. Die Schlüsselrolle im Umgang mit Pflegeproblemen wie Mangelernährung kommt den Pflegepersonen zu. Sie müssen Mangelernährung wahrnehmen und adäquat darauf reagieren können. Die Einstellungen spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sich Pflegepersonen in direktem und täglichem Kontakt zu BewohnerInnen befinden. Ziel dieser Arbeit war es, die Einstellungen von Pflegepersonen in Bezug auf Mangelernährung in österreichischen Pflegeheimen zu erfassen und herauszufinden, ob sich diese innerhalb der unterschiedlichen Berufsgruppen sowie durch andere Charakteristika (Zusatzqualifikation, Fortbildung, Alter, Geschlecht, Beschäftigungsausmaß, Art der Station und Erfahrung) unterscheiden. Methode: Der Studie ging eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken CINAHL®, PubMed®, und EMBASE®/Cochrane® via OvidSP® voraus um den derzeitigen Forschungsstand darzustellen. Anschließend wurden Daten einer deskriptiven multizentrischen Studie in österreichischen Pflegeheimen (n=66) ausgewertet, um die Einstellungen von Pflegepersonen zu erheben. Das verwendete Instrument war die Staff Attitudes to Nutritional Nursing Care in Geriatrics Scale (SANN-G Skala). Diese besteht aus 18 Items, welche als Likert-Skala mit 1-5 Punkte bewertet werden kann. Damit kann ein Gesamtscore errechnet werden. Je höher der Score ist, desto positiver ist die Einstellung. Außerdem können die Einstellungen, bezogen auf die gesamte Skala, sowie innerhalb der Dimensionen Normen, Gewohnheiten, Assessment, Intervention und Individualisierung, gemessen werden. Ergebnisse: Die Einstellungen der Pflegepersonen (n=1005) waren zu 39,8% positiv und zu 60,2% negativ oder neutral. Die Auswertung der unterschiedlichen Dimensionen ergab, dass die Einstellungen in der Dimension Interventionen (n=933) am positivsten waren (71,7%). Am negativsten waren die Einstellungen in der Dimension Normen (n=933) (35,6% positive Einstellungen). Die Einstellungen unterschieden sich zwischen diplomiertem Pflegepersonal (DGKS/P) und PflegehelferInnen (PH) signifikant. Diskussion: Einstellungen beeinflussen das Verhalten von Pflegepersonen im Umgang mit Mangelernährung. Die Qualifikation scheint im Hinblick auf Einstellungen zu Mangelernährung eine wichtige Rolle zu spielen. Ein Grund dafür, dass Pflegepersonen in der Dimension Interventionen am positivsten eingestellt sind, könnte der nahe Praxisbezug sein. Da es erst wenige Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet gibt, sollten hier weitere Forschungsarbeiten ansetzen.

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