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Gewählte Publikation:

Moser, S.
Dekubitus, Stürze und freiheitsentziehende Maßnahmen in 13 österreichischen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Vergleich der Pflegequalitätserhebungen von 2009 und 2010 hinsichtlich Prävalenz, Pflegemaßnahmen und Qualitätsindikatoren
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2011. pp. 94 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Dekubitus, Stürze und freiheitsentziehende Maßnahmen sind häufig auftretende Pflege-phänomene, welche die Lebensqualität von PatientInnen und BewohnerInnen einschränken und hohe Kosten im Gesundheitssystem verursachen. Sie fordern die Pflegepraxis heraus, hochwertige Pflegeanzubieten. Um nützliche Informationen über das Ausmaß der Pflegephänomenezu erhalten und die Pflegequalität adäquat abbilden zu können, eignen sich Prävalenzerhebungen. In Österreich gibt es bislang kaum Daten zum Umfang bzw. zu den Veränderungen dieser drei Pflegephänomene in einem bestimmten Zeitraum. Ziel dieser Masterarbeit ist es deshalb, die Ergebnisse von zwei multizentrischen Querschnittstudien miteinander zu vergleichen, um Veränderungen der Häufigkeit dieser Pflegephänomene, der gesetzten Maßnahmen sowie der Qualitätsindikatoren in Krankenhäusern und Pflegeheimen identifizieren zu können. Herang-ezogen werden die Ergebnisse der Europäischen Pflegequalitätserhebungen, die in Österreich im Jahr 2009 und 2010 jeweils mit derselben Erhebungsmethodik durchgeführt wurden.Für die Analyse wurden Daten von neun Krankenhäusern und vier Pflegeheimen, die an beiden Erhebungen teilnahmen, verwendet. Die Charakteristika der Stichproben waren hinsichtlich der demografischen Merkmale und des Dekubitusrisikos homogen. Hinsichtlich des Pflege-phänomens Dekubitus konnte von 2009 auf 2010 einen Rückgang der Gesamtprävalenz inklusive Schweregrad eins sowie der Prävalenz in der Risikogruppe mit und ohne Schweregrad eins in beiden Einrichtungen identifiziert werden. Einzig die Gesamtprävalenz exklusive Schweregrad eins erhöhte sich in den Krankenhäusern. In beiden Erhebungsjahren wurden mehr pflegerische Interventionen als prophylaktische Maßnahmen gesetzt oder sonstige Hilfsmittel zur Dekubitusprävention und -behandlung verwendet. Eine Stabilität konnte bei der Sturzhäufigkeit in den Krankenhäusern und Pflegeheimen festgestellt werden. Zur Prävention von Verletzungen wurden weiterhin wenige Maßnahmen eingeleitet, bei sturzpräventiven Maßnahmen dominierte immer noch die Anpassung an die Umgebung. Sturzprävention gilt als der Hauptgrund für die Durchführung von Fixierungen in beiden Erhebungsjahren. Die Prävalenz von freiheitsentziehenden Maßnahmen reduzierte sich von 2009 auf 2010. Hinsichtlich der Anwendung von Qualitätsindikatoren konnte bei allen untersuchten Pflegephänomenen entweder eine Stabilität oder ein Anstieg identifiziert werden. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Veränderung der Prävalenz von Dekubitus, Stürzen und freiheitsentziehenden Maßnahmen stattgefunden hat. Um den Verlauf der Prävalenz weiterhin beobachten zu können und die gesetzten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Effektivität evaluieren zu können, sind Wiederholungen von Prävalenzerhebungen empfehlenswert.

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