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Gewählte Publikation:

Maderdonner, M.
Mangelernährung in österreichischen Krankenhäusern und Pflegeheimen - Erhebung der Prävalenz, Maßnahmen und Pflegeabhängigkeit
[ Masterarbeit ] Medical University of Graz; 2010. pp. 96 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Lohrmann Christa
Altmetrics:

Abstract:
Ernährungsbedingten Themenstellungen wurden in der Vergangenheit hauptsächlich in Form von Adipositas Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei relativ unbeachtet blieb das Problem der Mangelernährung, das nicht nur in der dritten Welt besteht, sondern auch in europäischen Krankenhäusern und Pflegeheimen in Form der krankheitsassoziierten Mangelernährung anzufinden ist. Internationale Studien berichteten Prävalenzen in Krankenhäusern und Pflegeheimen von 2 bis 78%, deren Vergleichbarkeit jedoch aufgrund unterschiedlichster Populationen, Erhebungsmethoden und Definitionen der Mangelernährung eingeschränkt ist. Für Österreich lag bislang keine Prävalenzstudie vor, die Daten aus Krankenhäusern und Pflegeheimen miteinander vergleicht. Deshalb verfolgt diese Arbeit das Ziel, Daten zu Prävalenz, Präventions- und Behandlungsmaßnahmen und der Pflegeabhängigkeit mangelernährter PatientInnen und BewohnerInnen miteinander zu vergleichen und Unterschiede zwischen Krankenhäusern und Pflegeheimen darzustellen. Im Rahmen der Europäischen Pflegequalitätserhebung, der ein deskriptives Querschnittdesign zugrunde liegt, wurden am 13. April 2010 anhand eines standardisierten Fragebogens Daten zu Mangelernährung erfasst. 2336 PatientInnen und 1502 BewohnerInnen nahmen an der Erhebung teil. Die Prävalenz der Mangelernährung wurde mit drei Instrumenten gemessen. Mittels Klinischem Bild wurde Mangelernährung bei 7,6% der PatientInnen und 14% der BewohnerInnen festgestellt. Durch das Malnutrition Universal Screening Tool (MUST) bestand bei 19,5% der PatientInnen und 20,3% der BewohnerInnen ein Mangelernährungsrisiko. Anhand einer Definition von Meijers et al. (2009a) lag die Prävalenz in Krankenhäusern bei 23,2% und in Pflegeheimen bei 26,1%. Deutliche Unterschiede zwischen beiden Settings bestanden im Hinblick auf Geschlecht und Alter der PatientInnen/BewohnerInnen. Im Krankenhaus waren beide Geschlechter und hauptsächlich jüngere PatientInnen, im Pflegeheim überwiegend Frauen und ältere BewohnerInnen von Mangelernährung betroffen. Präventions- und Behandlungsmaßnahmen, wie z.B. DiätassistentInnen, wurden in Pflegeheimen häufiger angewandt. Mangelernährte TeilnehmerInnen waren in einem höheren Maß von Pflege abhängig als Nicht-Mangernährte. Im Vergleich internationaler Prävalenzstudien lagen die Prävalenzen dieser Erhebung im unteren Bereich. Die fortlaufende Teilnahme an jährlichen Pflegequalitätserhebungen ist empfehlenswert, um Veränderungen in der Pflegepraxis feststellen zu können.

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